Vom „Smart Working” zum „South Working”: Junge Italiener*innen verlassen Mailand und Turin, um per Remote-Arbeit ihre Lebensqualität in Süditalien zu verbessern. Sonne, Tomaten und eine Espresso-Tasse für 80 Cent statt 2,30 Euro – warum das nicht für jede*n eine Überlegung wert sein könnte.
Die Tomate als Sinnbild – warum der Süden anders schmeckt
Erinnern Sie sich an Ihren letzten Biss in eine sonnengereifte Tomate beim Abendessen in Süditalien, auf der Terrasse Ihres Feriendomizils? Sie haben bestimmt gesagt: Wow, diese italienische Tomate schmeckt richtig „tomatig”! Tatsächlich schmecken Tomaten in Süditalien intensiver als jene, die nie die Sonne gesehen haben und in einem Gewächshaus gereift sind. Liegt es an der Luft und Sonne oder an den Mineralien im Erdboden des Südens? Vielleicht beides.
Vielleicht erinnern Sie sich auch an genau diese Tomate, die Sie in Apulien im wunderschönen Salento, in Kalabrien oder auf einer Liparischen Insel gegessen haben – war es Vulcano oder Stromboli? Ein richtiges Geschmackserlebnis. Es sei denn, Sie mögen keine Tomaten – dann nehmen Sie eben eine Aprikose oder eine Mispel und beißen herzhaft hinein. Obst und Gemüse schmecken in Süditalien einfach leckerer.
Lohnt es sich also, von Mailand, Turin, München, Frankfurt oder Hamburg nach Süditalien zu ziehen, um den „kleinen Dingen im Leben” zu frönen – wie etwa noch am letzten Oktoberwochenende im Meer zu schwimmen? Oder mit Laptop auf der Terrasse bei Sonnenuntergang im T-Shirt die letzten Geschäfts-E-Mails kurz vor Feierabend wegzuschicken? Es klingt einladend. Perché no?, heißt es auf Italienisch.
Vom Smart Working zum South Working
„South Working” lautet das Zauberwort. Die Grundidee, die dahintersteckt: Durch die Pandemie sind viele ins Homeoffice verbannt (oder verdammt?) worden. „Homeoffice” verstehen übrigens die Italiener nicht. Die armen Italiener haben in ihrer Sprache keinen passenden Begriff für „Homeoffice”, um die Arbeit von zuhause oder unterwegs zu beschreiben. Na ja, „Homeoffice” ist im Deutschen auch nicht gerade ein Paradebeispiel für einen „echten deutschen Begriff”.
Doch kommen wir vom Thema nicht ab: „Homeoffice” heißt auf Italienisch „Smart Working” – ein sehr wohlklingendes italienisches Wort, nicht wahr?

„Lavorare a Milano vivendo a Palermo” – das Pilotprojekt
Wir ziehen in den Süden: Wie wäre es mit der Vorstellung, in Palermo oder auf einer kleinen sizilianischen Insel auf Zeit zu leben – um weiterhin per Remote für seine Mailänder Firma zu arbeiten und entsprechend auch sein Mailänder Gehalt zu beziehen? Wie wäre es mit dem Vorschlag, dem tristen November-Schmuddelwetter in Mailand zu entfliehen und mit deutlich geringeren Lebenshaltungskosten seinen Winter ein wenig smarter in Süditalien zu gestalten? Ganz nach dem Motto:
«Lavorare a Milano vivendo a Palermo»
In Mailand arbeiten und in Palermo wohnen.
Zwanzig italienische Fachleute – alle in ihren Dreißigern – starten ein Pilotprojekt, an dem die Gemeinden Mailand und Palermo, Unternehmen und Arbeitnehmer*innen beteiligt sind. South Working könnte die Ungleichheiten zwischen Nord- und Süditalien potenziell dämpfen. Es geht darum, Arbeit in einer neuen Perspektive zu verstehen.
Das Projekt einer 27-jährigen Sizilianerin namens Elena Militello heißt schlicht „South Working” und nimmt Mailand und Palermo als erstes Testgebiet ins Visier. Laut der jungen Sizilianerin lässt sich dank moderner Technologie und agiler Arbeitsformen eine ganz andere Arbeitswelt vorstellen als in der Vergangenheit. Eine Welt, in der es Menschen möglich ist, für längere oder kürzere Zeit in den Süden zu ziehen – dorthin, wo die Lebensqualität höher und die Kosten viel niedriger sind –, während sie ihren Arbeitsplatz in den jetzigen Unternehmen in Norditalien behalten.

Niedrigere Lebenshaltungskosten als Hauptmotivation
Nicht zu unterschätzen sind die niedrigeren Lebenshaltungskosten in Süditalien. Vergleichen Sie z. B. nur die Miete einer 100 m² großen Wohnung im historischen Zentrum von Rom mit einer Wohnung in Lecce (Apulien): Etwa 1.600 Euro pro Monat müssten Sie in Rom hinblättern – in Lecce dagegen nur rund 600 Euro Monatsmiete. Mit einem Gehalt von 2.000 Euro heißt das für South Worker*innen konkret: Es bleibt deutlich mehr zum Leben übrig.
Erinnern Sie sich an Ihren letzten Kassenbon in einer süditalienischen Bäckerei im Urlaub? Da waren Sie sicher positiv überrascht, wie wenig Sie für ein Stück Focaccia und zwei Croissants bezahlt haben. Ganz zu schweigen vom Espresso-Preis: In einer süditalienischen Bar kostet ein Espresso rund 0,80 Euro, in München dagegen 1,96 bis 2,30 Euro.

it-sprachvermittler.de bleibt in München
Bitte denken Sie auch an it-sprachvermittler.de – beglaubigte Übersetzungen Deutsch ⇄ Italienisch. Ihr „Übersetzer des Vertrauens” sitzt weiterhin in München – nicht in Süditalien. Egal, ob es um die Übersetzung Ihrer Diplomurkunde, Promotionsurkunde, Steuererklärung, Geburtsurkunde, Unbedenklichkeitsbescheinigung (certificate of good standing) oder Ihres europäischen Nachlasszeugnisses geht: it-sprachvermittler.de ist in München für Sie da.



oder Deutsch
weiter! 😊