Zum perfekten Leben gehört auch eine perfekt organisierte Beerdigung. Eine 39-jährige Italienerin namens Lisa Martignetti kann Ihnen dabei zur Hand gehen: Sie nennt sich „la ragazza dei cimiteri” – das Mädchen der Friedhöfe – und ist Italiens bekannteste Funeral Plannerin.
Allerseelen in Italien – wo das Familiengrab Pflicht ist
In Italien wird am 2. November Allerseelen gefeiert – der Tag, an dem die römisch-katholische Kirche aller verstorbenen Seelen gedenkt. Das Thema haben wir bereits in einem anderen Blogbeitrag erörtert.
In einem Land wie Italien, in dem die Familie einen höheren Stellenwert als in Deutschland genießt, besuchen Familienmitglieder ihre Verstorbenen häufiger auf dem Friedhof. Friedhofsgänge sind unmittelbar vor dem 2. November Pflicht – das Familiengrab muss in Schuss gebracht werden. Italiener können doch selbst auf dem Friedhof keine „brutta figura” (auf Deutsch: „eine schlechte Figur”) machen und sich blamieren, wenn das kostspielige Familiengrab oder die Grabkapelle an Allerseelen verstaubt, schmutzig und ungeschmückt aussieht. Nach dem Motto: „Wie Dein Grab, so Deine Familie!”

Lisa Martignetti – la ragazza dei cimiteri
Lisa Martignetti ist eine italienische Bestattungsunternehmerin – oder „Reiseverkehrskauffrau”, wenn Sie so wollen. Es geht tatsächlich um die „allerletzte Reise” ins Jenseits. Und diese möchte man so angenehm wie möglich gestalten – auch wenn man als „Reisende*r” nicht unbedingt mitbekommt, dass man gerade „reist”. Bislang haben wir jedenfalls keine konkreten, wissenschaftlich belegten „Reiseberichte” über diese „Durchgangsphase” erhalten.
In ihrer Funktion als „Funeral Planner” kümmert sich Lisa um alle Aspekte einer Abschiedszeremonie: von der Einladung an Verwandte und Freunde bis hin zum Catering, oops, Leichenschmaus. Ihr Job hat einen klaren Vorteil gegenüber dem einer Hochzeitsplanerin (im Italienischen: Wedding Planner): Es kommt äußerst selten vor, dass die oder der Verstorbene – analog zu einer Trauung – bei der eigenen Beerdigung nicht erscheint.
Lisas Motto lautet: „Verliere nie den Leichnam!” Eine Beerdigung lässt sich schlecht per Remote (aus der Ferne) ausrichten. Die/der Hauptdarsteller*in – nämlich die/der Verstorbene – sollte schon anwesend sein und nicht etwa per Teams oder Zoom „live” dazugeschaltet werden. Die Anwesenheit der Leiche ist gewünscht – sie kann nicht im „Smartworking-Modus” bei der eigenen Beerdigung fernbleiben.
Lisas Instagram-Profil ist schon eine Ansage an sich: Sie nennt sich selbst „la ragazza dei cimiteri” – das Mädchen der Friedhöfe. In ihrer Instagram-Bio bringt sie es auf drei Wörter:
Necrofora
Funeral Planner
Fotografin
Was bedeutet „Necrofora”?
Der Begriff „necroforo/a” heißt nichts anderes als „Totengräber*in” auf Deutsch. Auf Lisas Webseite ist die Botschaft absolut geradlinig und nüchtern:
Funeral Planner ist eine Webseite, die es Ihnen ermöglicht, die besten Dienstleistungen im Andenken an einen geliebten Menschen online auszuwählen.
Im italienischen Süden: das Foto fürs eigene Grab
Der Tod gehört zum Leben, genauso wie das Leben zum Tod gehört. Warum sollte man sich keine Gedanken über das eigene Bild am Grabstein machen? Italiener sind eitel und achten auf ihr Äußeres bis ins kleinste Detail – bis hin zum Grab. Nach der Devise: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.”
In manchen süditalienischen, traditionsverbundenen Regionen lässt man sich sogar im Fotostudio von einem Profifotografen sein eigenes Grabbild schießen. Und die weiße Grabsteinmarmorplatte der Urgroßmutter kann durchaus jahrelang auf dem Dachboden liegen – ausgestattet zunächst nur mit dem Geburtsdatum. Das Todesdatum als goldene Inschrift wird selbstverständlich nachträglich ergänzt.
Tja, die Grabsteinmarmorplatte ohne Todesdatum – ein Faszinosum für süditalienische Kinder, die diesen sonderbaren „Schatz” beim Spielen auf dem Dachboden entdecken. Undenkbar, einen solchen „Schatz” auf dem Dachboden eines mitteleuropäischen Hauses aufzuspüren … 🙊
Warum einen Funeral Planner zu Lebzeiten?
Wozu braucht man eine*n Funeral Planner wie Lisa Martignetti, solange man noch lebt und bei guter Gesundheit ist? Lisa ist überzeugt: Die Planung einer Beerdigung ist eines der wichtigsten Geschenke, die wir unseren Angehörigen machen können – unabhängig vom Alter. Es ist eine große Erleichterung, schreibt Lisa auf ihrer Webseite, den Angehörigen eine Vorlage mit unseren Wünschen zu hinterlassen. So vermeiden wir viele Fragen, wenn das Unvermeidliche plötzlich und ohne Vorankündigung eintritt.
Memento mori – nach der Geburt kommt nach einer Weile unvermeidlich der Tod.
Ist das Leben nichts anderes als diese eine „Weile” von undefinierter Laufzeit zwischen Geburt und Tod? 😱
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