Andere Länder, andere Sitten – und Gewohnheiten, könnte man ungeniert hinzufügen. Drei typisch italienische Gewohnheiten, die Sie unbedingt kennenlernen sollten, bevor Sie Ihr nächstes Toskana-Häuschen unterschreiben.
Akkulturation: italienische Gewohnheiten verinnerlichen
Jedes Volk ist einzigartig und wunderbar in seiner unvollkommenen Schönheit. Italiener haben merkwürdige Gewohnheiten, die zuhause nicht überall gut ankommen – egal, wo Ihr Zuhause sonst ist. Einige davon sind leicht zu ertragen, schwer abzulegen und werden wahrscheinlich Freunde und Familie verärgern, sobald Sie diese Gewohnheiten mitbringen.
Keine Sorge: Wer eine italienische Gewohnheit pflegt und z. B. als Ausländer in Italien lebt, durchläuft lediglich einen gesunden Prozess, den Psychologen „Akkulturation” nennen. Manch eine*r könnte allerdings die Augenbrauen emporziehen, wenn Sie italienische Gewohnheiten auch außerhalb Italiens beibehalten.
Hier sind drei Gewohnheiten, die Sie kennen sollten – besonders, wenn Sie Ihr Haupt- oder Nebendomizil nach Italien verlegen möchten. it-sprachvermittler.de unterstützt Sie gerne, etwa mit der beglaubigten Übersetzung ins Deutsche des Kaufvertrags Ihres neuen Hauses in der Toskana (weiterführende Infos → hier).
Erste Gewohnheit: Alle werden herzlich (und oft) geküsst
Außerhalb Italiens bekommen Sie wahrscheinlich nicht so oft öffentliche Zuneigungsbekundungen zu sehen. In Italien dagegen: Egal, ob im Bus oder in der Metro, überall sieht man junge und nicht mehr ganz so junge Pärchen, die mit Küsschen in der Öffentlichkeit nicht sparsam umgehen.
Im Privatleben – unter Freunden und in der famiglia (italienische Familien wurden bereits → hier thematisiert) – geben Italiener gerne einen bacio (Aussprache: [ˈba:tʃo] – auf Deutsch „Kuss”), meist auf die Wange, als Begrüßungs- oder Abschiedsgruß, in der Früh oder kurz vor dem Schlafengehen.

Bussi hier, Bussi da – als Begrüßungskuss, Wangenkuss, Gutenachtkuss, Schmatzer oder Knutscher: Italiener küssen gern und werden gern geküsst.
Wer einige Wochen in Italien verbracht hat, passt sich automatisch an und gibt Freunden und Familienmitgliedern beiderlei Geschlechts zum Abschied ein paar Küsschen auf die Wange. Dem Bann der italienischen Kussgewohnheit kann sich kaum jemand entziehen.
Außerhalb Italiens sind die Regeln zum Küssen oft sehr unterschiedlich. Das kann zu peinlichen Erfahrungen führen, wenn man versehentlich das „italienische Kussding” beim falschen Partner ausführt – oder, schlimmer noch, bei Tante Dora im schönen Bamberg. Bamberg steht hier stellvertretend für irgendeine deutsche Stadt.
Zweite Gewohnheit: Spät ausgehen
Die meisten Italiener brechen erst lange nach Sonnenuntergang auf. Sie arbeiten – je nach Region – meistens bis 20:00 oder 20:30 Uhr, oft sogar bis 21:00 oder 21:30 Uhr. Folge: Man trifft sich abends viel später als in Deutschland mit Freunden. In Italien ist das eine Gewohnheit, der man als Nicht-Italiener nicht so schnell verfallen sollte: Es besteht höchste Gefahr, dass man zur Nachteule wird. In manchen süditalienischen Städten sind im Sommer um 01:00 Uhr nachts oft viel mehr Menschen auf der Straße unterwegs als um 15:00 Uhr in der prallen Sonne.

Dritte Gewohnheit: Spät essen (oder essen gehen)
Die dritte Gewohnheit ist die natürliche Folge der zweiten: Wer spät ausgeht, isst auch entsprechend spät – oder geht spät essen. In vielen Ländern wird spätes Essen mit Gewichtszunahme in Verbindung gebracht. In Italien dagegen, einem Land, das für seine gesunde Ernährung bekannt ist, gilt die Vorstellung, sich um 18 Uhr zum Abendessen zu setzen, als geradezu lächerlich – und kann durchaus zu echten Ehedramen in einer binationalen deutsch-italienischen Ehe führen.

In Italien ist das Mittagessen in der Regel die größte Hauptmahlzeit des Tages. Erst um 21:30 Uhr zu Abend zu essen, ist völlig normal. Wenn Sie nun in Deutschland – also außerhalb von Bella Italia – Ihre Freunde erst um 21:30 Uhr zum Abendessen einladen, werden Ihre in Italien erlernten unchristlichen Essgewohnheiten bei Ihren deutschen Freunden gewiss nicht gut ankommen.

Es ist nicht schwer zu verstehen, warum Nicht-Italiener in Italien mit den bizarren – aber liebenswerten – italienischen Essensregeln in Konflikt geraten können. Doch genau das macht ja den Reiz eines Aufenthalts im Bel Paese aus.



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