Kleider werden passend gemacht, Renten an die Lebenshaltungskosten angepasst, und selbst die Grammatik zwingt zur Anpassung. Das Verb „anpassen” begleitet uns durch das Leben – und durch jede Sprache.
Unsere Kleider werden passend gemacht, wenn ein Kleidungsstück zu weit oder zu eng ist. Man kleidet sich angemessen für festliche Anlässe, passt sich der Gesellschaft an, in der man lebt, oder der Umgebung, in der man mit anderen interagiert. Sogar das Klima zwingt uns zur Anpassung. Alles wird passend gemacht, was nicht passt – oder muss halt angepasst werden.
Anpassung in Sprache und Grammatik
Auch in der deutschen Grammatik passen sich Satzteile ihren Bezugswörtern in Geschlecht (weiblich / männlich) und Zahl (Einzahl / Mehrzahl) an – z. B. „ein gutes Beispiel”: Das Adjektiv „gut” ist dem Bezugswort „Beispiel” in Geschlecht und Zahl angepasst.
Genauso funktioniert es im Italienischen: „moda italiana” – auf Deutsch „italienische Mode”. Das Adjektiv „italiano/a” muss an das weibliche Geschlecht des Bezugsworts „moda” angeglichen werden: Beide Wörter enden auf „a”. Kein Ausweg: „moda italiana” – und damit basta! Hier ist nur eine „geschlechtsangleichende Operation” nötig: „moda” ist unweigerlich weiblich, und „italiana” wird passend weiblich gemacht – wie von Zauberhand. Kein Skalpell ist bei dieser Grammatik-OP notwendig.
Fehler im Souk: Wenn Bilder Bände sprechen
Das war die Theorie. Ganz anders sieht es in der Wirklichkeit aus – zum Beispiel in einem Souk im Nahen Osten. Wenn Bilder Bände sprechen, sodass einem Italiener beim Anblick die Augen wehtun:
M O D A I T A L I A N O
Genau wie der Ladenbetreiber von „MODA ITALIANO” (autsch!) im Souk am falschen Ende gespart hat, tut es auch der Betreiber des nächsten deutschen Beispiels – mit einer Schreibweise, die mehr an Trauriges erinnert als beabsichtigt:
Die „Bestättigung” erinnert von ihrer Schreibweise eher an die traurige „Bestattung” der deutschen Sprache als an eine schlichte „Bestätigung”.

CASA DI OMO – wenn ein Vokal den Unterschied macht
Immer noch im besagten Souk: Bei dem nächsten Ladenschild würde sich ein Italiener totlachen:
C A S A D I O M O

Ein „Modehaus für Homosexuelle”? Wenig wahrscheinlich in dem homosexuellenfeindlich gesonnenen Land, in dem das Bild entstand. Höchstwahrscheinlich wurde schlicht ein wichtiger Vokal vergessen: das „U” – gemeint war wohl „CASA DI UOMO”.
Aber auch die korrekte italienische Schreibweise ergibt kaum Sinn: Eine „CASA DI UOMO” bedeutet wörtlich „Haus eines Mannes” und ist kein gängiger Ausdruck. Richtig und verständlich wäre „CASA DI MODA PER UOMO” – aber das ist zu lang, zu korrekt und zu wenig platzsparend. Also lieber die falsche und fröhlichere Variante „CASA DI OMO”. Von wegen fashion with style – es ist eher fashion with mistakes.
Alle Bilder sind echt und wurden von it-sprachvermittler.de persönlich aufgenommen. Sie zeigen: Sorgfältige Übersetzungen und professionelle Korrektur ersparen peinliche – und manchmal sehr komische – Fehler.



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