Anpassungen – Geschlechtsangleichende OP, Souk und Sprache. Was für eine Mischung!

by Davide Parisi
6 Minuten
Anpassungen – Geschlechtsangleichende OP, Souk und Sprache. Was für eine Mischung!

Unsere Kleider werden passend gemacht, wenn ein Kleidungsstück zu breit oder zu eng ist. Wir kleiden uns passend für einen festlichen Anlass. Man/frau passt sich der Gesellschaft an, in der man/frau lebt, oder an die Umgebung, in der man/frau mit anderen interagiert.

Sogar an das Klima muss man/frau sich anpassen, auch dieses verrückt spielt und wir mit unpassenden Kleidern unterwegs sind: Das passt uns nicht so ganz, ist aber so. Unsere Renten werden an die Lebenshaltungskosten angepasst. Man/frau muss sich in einem Land den Umgangsformen anderer Mitmenschen anpassen. Alles wird passend gemacht, wenn nicht passt, muss halt angepasst werden.

Das Verb „anpassen“ begleitet einen sein Leben lang, scheint zumindest so zu sein. Auch in der deutschen Sprache und Grammatik passen sich Satzteile ihren Bezugswörtern im Geschlecht (weiblich / männlich) und in der Zahl (Ein- / Mehrzahl) an, z.B. „ein gutes Beispiel“ – das Eigenschaftswort „gut“ ist dem Bezugswort „Beispiel“ im Geschlecht und in der Zahl angepasst. Es passt so weit.

Genau so funktioniert auch im Italienischen: „moda italiana“, auf Deutsch „italienische Mode“. Das Eigenschaftswort (Adjektiv) „italiano/a“ muss an das weibliche Geschlecht des Bezugsworts „moda“ angeglichen werden, sodass beide Wörter letzten Endes auf „a“ enden müssen. Es gibt leider keinen Ausweg: „moda italiana“ und damit basta! Wir benötigen an der Stelle nur eine „geschlechtsangleichende Operation“: „moda“ auf „a“ ist unausweichlich weiblich und „italiana“ wird passend „weiblich gemacht“ – Wie vom Zauberhand! Kein Skalpell ist bei dieser „geschlechtsangleichenden Grammatik-OP notwendig.

Das war die Theorie. Ganz anders in der Wirklichkeit im Nahen Osten im Souk.

Aus der Reihe: Wenn Bilder Bände sprechen können, sodass ein Italiener bei dem Anblick Augenschmerzen bekommt:

M O D A    I T A L I A N O

Genau so wie der Ladenbetreiber von „MODA ITALIANO“ (autsch!) im Souk im Nahen Osten für sein sprachlich unpassendes Ladenschild sparen wollte, wollte der Webseitenbetreiber beim nächsten (schlechten) Beispiel im deutschsprachigen Internet an der falschen Stelle Geld sparen:

Die „Bestättigung“ (siehe Bild unten) erinnert von der Schreibweise her eher an die traurige „Bestattung“ der deutschen Sprache als an eine „Bestätigung“.

Immer noch im besagten, in diesem Blogpost bereits „bemühten“ Souk im Nahen Osten würde sich ein Italiener bei dem Anblick des nächsten, sehr fantasievollen Ladenschilds tot lachen:

C A S A    D I    O M O

Ein „Modehaus / -geschäft für Homosexuelle“? Wenig wahrscheinlich angesichts des rückständigen, homosexuellfeindlich besonnenen Landes im Nahen Osten, in dem das Bild entstanden ist.

Höchstwahrscheinlich nur ein Schreibfehler, vermutet man/frau. Es wurde nämlich „nur“ ein wichtiger Vokal vergessen, nämlich ein „U“, d.h. „CASA DI UOMO“ sollte doch heißen.

Aber auch die korrekte, italienische Schreibweise ergibt wenig oder gar keinen Sinn: Eine „CASA DI UOMO“ heißt nämlich so gut wie gar nichts im Italienischen. Wenn schon korrekt und verständlich, müsste „CASA DI MODA PER UOMO“ heißen.

Zu lang, zu gut übersetzt und zu wenig platzsparend. Lieber die falsche und lustige Variante „CASA DI OMO“, ist doch viel kürzer und gleich so fröhlich … it's so gay! Von wegen „fashion with style“ (mittig auf dem Ladenschild zu lesen) – Es ist eher „fashion with mistakes“.

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